Baumwolle

Der Rohstoff Baumwolle

Fakten und Daten

RohstoffBaumwolle
HerkunftslandÄgypten, USA, Indien, Pakistan, Brasilien, China
Feuchtigkeits­transport~
Trocknungszeit~
Zugfestigkeit~/-
Geruchsbildung~
Umweltfreundlich­keit-
Hautsensorik++
Pilling~/+


Der Rohstoff - Baumwolle

Die Baumwollpflanze zählt zur Familie der Malvengewächse. Sie stellt hohe Anforderungen an klimatische Bedingungen: sie ist eine sonnenhungrige Pflanze und benötigt ca. 200 frostfreie Tage bis zum Reifen der Frucht. Außerdem braucht sie für ein ordentliches Wachstum über 500 mm Niederschlag pro Jahr. Die Baumwollpflanze wächst als einjährige Staude von 1 bis 2 Metern Höhe.

Aus den Blüten entwickeln sich walnussgroße, 3-5 fächrige Fruchtkapseln, die zur Reifezeit aufspringen. Jedes Fach enthält bis zu 10 Samenkörner mit je 1000 bis 7000 Samenhaaren, den Baumwollfasern. Aufgrund von Genmanipulationen, besserer Bewässerungsmethoden und des höheren Einsatzes von Chemikalien hat sich die Baumwollproduktion in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Auf bereits 43 % der weltweiten Anbauflächen wird genmanipulierte Baumwolle angebaut (Stand 2007).

Bei der Ernte werden die Kapseln mit der Hand oder maschinell gepflückt. Zur maschinellen Ernte werden die Baumwollkulturen durch Herbizide entlaubt. Bei der manuellen Ernte wird qualitativ hochwertigere Baumwolle mit weniger Verunreinigungen gepflückt. Allerdings erhalten die Arbeiter Hungerlöhne, meist handelt es sich um Frauen und Kinder.

Baumwollernte

Bei der Ernte werden die Kapseln mit der Hand oder maschinell gepflückt. Zur maschinellen Ernte werden die Baumwollkulturen durch Herbizide entlaubt. Bei der manuellen Ernte wird qualitativ hochwertigere Baumwolle mit weniger Verunreinigungen gepflückt. Allerdings erhalten die Arbeiter Hungerlöhne, meist handelt es sich um Frauen und Kinder.

Herstellung

Nach der Ernte werden die Baumwollfasern von den Samen und Kapselresten getrennt. Die Fasern werden zu Ballen gepresst und in die Spinnerei weitertransportiert. Dort werden die Ballen zerpflückt und gereinigt, gekämmt und zu Bändern zusammengefasst. In der Spinnmaschine wird aus diesen Bändern Garn gezwirnt, das anschließend gefärbt und am Webstuhl zu Stoffen gewoben wird.

Veredelung

Ziel der Veredelung von Baumwolle ist es, die Oberfläche aufzuwerten und das Gewebe so auszurüsten, dass es:

 knitterarm und weich im Griff ist besser gefärbt werden kann wenig Feuchtigkeit und Schmutz aufnimmt nicht einläuft und formstabil ist vor Schimmelpilz und Bakterien geschützt ist, etc. Alle Baumwollstoffe sind mehrfach chemisch

Baumwolle und Chemie

Die großflächige Baumwollindustrie ist sehr stark von Chemikalien abhängig, sie gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Düngemitteln und Pestiziden. Baumwollfelder werden zwischen 10 und 25 mal mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt. Da viele der Schädlinge selbst gegen genmanipulierte Baumwolle sowie viele Pestizide resistent sind, werden Jahr für Jahr mehr Spritzmittel eingesetzt – ein nicht endender Teufelskreis.

Von der Ernte bis hin zum fertigen Stoff wirken auf die Baumwolle bis zu 27 unterschiedliche Chemikalien ein.

Die verwendeten Chemikalien schädigen nicht nur Grund und Boden, sondern auch die Gesundheit der betroffenen Landwirte. Die Kleinbauern bringen die Schädlingsbekämpfungsmittel ungeschützt mit einer Rückenspritze aus. Hierbei kommt es zu vielen Vergiftungen unter den Landwirten und deren Familien

Chillaz und Chemie

Chillaz verwendet hochwertige Baumwolle aus Ägypten, die sehr trocken ist und deren Fasern sehr lange und besonders weich sind. Dadurch können wir auf Weichmacher sowie Stabilisatoren verzichten. Beim Färbemittel vertrauen wir auf Dyestar. Diese Produkte sind neben denen von Bayer zwar die teuersten am Markt, aber so garantiert Dyestar uns, dass die Produkte selbst für Allergiker unbedenklich sind.

Umweltprobleme

Nicht nur der Einsatz von Chemikalien stellt ein Problem der Baumwollproduktion dar, sondern auch der hohe Wasserverbrauch. So wird für die Produktion von Baumwolle im Vergleich zu TENCEL® etwa die 100-fache Wassermenge benötigt. Die Folgen all der genannten Faktoren sind ein sinkender Grundwasserspiegel, Versalzung und Verseuchung der Böden sowie Verseuchung des Grundwassers mit Pestiziden.

Biobaumwolle

Baumwolle in kontrolliert biologischen Landwirtschaftssystemen wird nach festgelegten Standards angebaut. Bei der Bio-Baumwollproduktion werden keine synthetischen Spritzmittel und keine gentechnisch veränderten Sorten eingesetzt. Das schont die Gesundheit der Menschen, schont Nützlinge, den Boden und die Artenvielfalt der natürlich vorkommenden Baumwollpflanzen.


Um eine einseitige Nutzung des Bodens zu verhindern, werden verschiedene Früchte in wechselnder Reihenfolge angebaut. Der Anbau im Wechsel mit Nahrungspflanzen wie z.B. Mais begünstigt nicht nur eine raschere Erholung des Bodens, er hemmt auch die Vermehrung von Baumwollschädlingen. Mischkultur z.B. mit Erdnüssen bewirkt, dass mehr Insekten fressende Tierarten Brutmöglichkeiten finden und in der Folge dafür sorgen dass Schädlinge nicht überhand nehmen

Biobaumwolle Nachteile

Die Umstellung auf biologischen Anbau ist kostenintensiv und langwierig. Diese dauert rund 3 Jahre, in denen die produzierte Baumwolle noch nicht den höheren Ertrag erzielt. Die Weiterverarbeitung der Biobaumwolle zu Textilien ist etwa 40 % teurer, was den Absatz der Endprodukte im Vergleich zur konventionell angebauten Baumwolle hemmt. Und nicht zuletzt spielen Chemikalien bei der Textilveredelung eine große Rolle – auch bei Biobaumwolle.

Zertifizierung von Biobaumwolle

Zertifizierung der Biobaumwolle garantiert dem Käufer die Bio-Herkunft des Produktes und unterstützt die Zahlung von Bio-Prämien an jene Landwirte, die sich im biologischen Anbau engagieren. Mit dem Zertifikat „kontrolliert biologisch“ bestätigt eine unabhängige Organisation, dass der Betrieb den definierten Standards entspricht. Die zertifizierten Betriebe werden regelmäßig überprüft und müssen zudem Aufzeichnungen über ihre Produktionsmethoden führen.

Leider versuchen sich immer mehr Firmen mit sogenannter Biobaumwolle zu bereichern. Da die weltweite Nachfrage nach Biobaumwolle stetig zunimmt, kommt es vermehrt zu Grauimporten. Aktuell wird die dreifache Menge dessen verkauft, was an Biobaumwolle angebaut wird. Ein Unternehmen kann nur äußerst schwer nachprüfen, ob es sich bei der gekauften Ware tatsächlich um Biobaumwolle handelt.